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Dübendorf – Wiege der Schweizer Luftfahrt

September 5, 2010

Heute hat die Landung der Sikorsky S-38 aus dem Film Aviator mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle grosse Aufmerksamkeit erregt. Zufällig habe ich dieses Flugzeug gestern vor dem Hangar der Ju-Air stehen sehen, als ich mit dem Zug vom Rütilauf im Züricher Oberland zurück nach Dübendorf fuhr. Dank den heutigen Berichten im Fernsehen weiss ich jetzt auch, was für ein berühmtes Flugzeug ich gestern aus dem fahrenden Zug heraus gesehen habe.

Das grosse Interesse der Öffentlichkeit zeigte einmal mehr, wie viele Menschen sich für die Aviatik und ihre Geschichte interessieren.

In dem Zusammenhang denke ich allerdings auch wieder an die Titelgeschichte im Glattaler vom Freitag, 3. September 2010. Darin geht es um Gruppen von Kindern und Jugendlichen, die den Flugplatz Dübendorf mit dem Velo besuchen und sich Gedanken über eine Nutzung des Geländes machen, wenn dereinst der Flugbetrieb eingestellt werden soll.

Ich frage mich, ob es zulässig ist, Kinder und Jugendliche derart für die eigenen Zwecke (jene der Flugplatzkritiker) einzusetzen, wohlwissend, dass diese Kinder und Jugendlichen im stimmfähigen Alter sein werden, wenn über eine neue Nutzung des Geländes entschieden wird.

Für mich grenzt das an unzulässige Meinungsbeeinflussung, welche besonders problematisch ist, wenn Jugendliche dafür eingespannt werden, die Ziele Erwachsener zu unterstützen.

Der Flugplatz Dübendorf ist die Wiege der Schweizer Luftfahrt und ich finde es schade, ja sogar unverzeihlich, wenn dieser Ort einfach anders genutzt werden soll, ohne sich um den geschichtsträchtigen Hintergrund zu kümmern.

Wenn solche Themen schon in der Schule mit Jugendlichen behandelt werden, sollte dies zumindest auf objektive Art geschehen, indem alle Aspekte gleichermassen gewichtet werden. Dass dies im vorliegenden Fall geschieht, da habe ich meine Zweifel.

Gut ist immerhin, dass auch unter den Kindern und Jugendlichen noch einige Interesse für die Fliegerei haben und sich an der bisherigen und gegenwärtigen Nutzung des Flubplatzes freuen.

2 Kommentare

  1. Ich sehe das auch so. Dass der Flugplatz nicht mehr für die Militärfliegerei genutzt wird, kann ich gut verschmerzen (meine Ohren sowieso 😉 ), denn fürs Militär habe ich grundsätzlich nicht soviel übrig. Aber du hast vollkommen Recht. Die hiesige Luftfahrt, auch die ehemalig Swissair, hat hier ihre ersten Schritte gemacht. Das war lange bevor die heutigen Flugplatzgegener auf der Welt waren…


    • Das ging aber schnell… 😉

      Über das Militär kann man ja geteilter Meinung sein. Zweifelsohne hat aber die Militärluftfahrt auch erheblich zur Entwicklung beigetragen und hat ihren Platz in der Geschichte der Luftfahrt und auch jener von Dübendorf.

      Sollte das Militär in Zukunft wirklich keine Verwendung mehr für den Platz Dübendorf haben, könnte ich mir durchaus eine friedliche Nutzung für die Luftfahrt vorstellen. Ich sehe nicht, wie man gegen den Einsatz der Rega von Dübendorf aus sein kann. Und auch Forschungsprojekte wie jüngst Bertrand Piccard’s Solar Impulse sind würdige Anwendungen für den Platz.

      Sicher kann auch vieles Anderes auf dem Flugplatz Dübendorf in Zukunft eine neue Heimat finden, zumal die Fliegerei ja mit vielen anderen Bereichen eng verknüpft ist.

      Schade fände ich einfach, wenn der Flugplatz einfach sang- und klanglos verschwinden würde, wie das zum Beispiel in Berlin mit dem altehrwürdigen Flugplatz Tempelhof passiert ist.



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